2019/06/04

Restaurant Storchen, Aarau-Schoenenwerd/ Switzerland with new chef

Location

La cuisine by Daniel Sladek – His first degustation menu

When eating out in my home region of Olten/Aarau in the Swiss Mittelland between Zurich, Basel and Bern, Restaurant Hotel Storchen in Schoenenwerd is always a safe choice for my husband and me, be it for a quick bite in the casual eatery Bistro-Lounge or for excellent fine dining in the more upscale restaurant la cuisine, awarded 14 points by Gault-Millau. The reason for a recent visit to the latter was the fact that a new head chef has been in charge here since mid-May and I wanted to check out his first degustation menu.

Note: as this post was written for a regional audience, it is – exceptionally – written in German. In case you are interested in more details, other posts inform about a new concept in the more formal restaurant la cuisine (English foreword, rest in German) and about the more relaxed eating place Bistro Lounge (in English only).

Neuer Chefkoch – la cuisine by Daniel Sladek

Zum ersten Mal aufmerksam auf Daniel Sladek wurde ich Ende 2017, als dieser die Stelle als Chefkoch beim Restaurant Terminus in Olten, einem meiner Lieblingslokale in meiner Wohnregion, antrat. Bald war festzustellen, dass er in der Lage war, die Küche dort – die bereits sehr gut war – noch auf ein höheres Niveau zu bringen. Zweifelsohne waren ihm die Erfahrungen, die er bei seinem vorherigen Arbeitgeber, Restaurant Traube in Trimbach, einem der Toplokale in Olten und Umgebung, hatte machen können, dabei hilfreich. Seit Kurzem ist Daniel Sladek nun in einem anderen meiner bevorzugten Restaurants in der Region tätig, und zwar im Restaurant Hotel Storchen in Schönenwerd (zwischen Olten und Aarau).

Mitte Mai präsentierte er sein erstes Degustationsmenü, und ich liess es mir natürlich nicht nehmen, dieses bei erster Gelegenheit auszuprobieren. An einem schönen Sommerabend begaben sich mein Mann und ich zusammen mit zwei weiteren Familienmitgliedern nach Schönenwerd, um im «la cuisine by Daniel Sladek» zu dinieren.

6-Gang-Degustationsmenü im la cuisine

Nach einem Apéro in der lauschigen Aussen-Lounge
wechselten wir für das Essen ins Lokalinnere, wo wir uns im geschmackvoll eingerichteten la cuisine
nahe des historischen Küchenpasses
niederliessen. Dieser bietet zusammen mit einer Kupferpfannen-Batterie aus der Belle Epoqe eine stimmige Kulisse für einen kulinarischen Hochgenuss. Er dient jedoch nicht nur zur Dekoration, sondern wird auch für das «Finish» von gewissen Storchen-Klassikern genutzt. Uns stand jedoch an diesem Abend der Sinn nach dem ersten Degustationsmenu von Daniel Sladek.

Bevor uns der erste Gang servierte wurde, kamen wir in den Genuss eines Amuse-Bouches, einer Variation von Mai-Scholle und Erbsen.
Was für ein vielversprechender Einstieg in diesen lukullischen Abend! Das Gericht erfreute nicht nur das Auge, sondern auch den Magen und war von der Grösse und der Komplexität her mehr ein Bonus-Gang denn ein Appetithäppchen.

Ein kreatives Gourmet-Feuerwerk war dann der Beginn des eigentlichen Menüs, ein Biscuit-Gebäck gefüllt mit Entenleber und Aprikose, abgerundet mit Salz-Schokolade und Granatapfel.
Was auf den ersten Blick als etwas wild anmutete, entpuppte sich dann als äusserst wohlschmeckende und harmonische Kreation. Chapeau dem Wagemut des jungen Kochs gepaart mit einem Sinn für das, was zusammen geht (und was nicht).

Auch die Suppe war ein Hit und gleichzeitig auch ein Kunstwerk, ein Arrangement von Buffalo-Burrata, Gurke, schwarzem Knoblauch und Serrano-Chip, das am Tisch mit einer leichten, würzig-schmackhaften Tomatenessenz aufgegossen wurde.
Gleichermassen furios ging es weiter mit dem Fisch, eine Seezungen-Kräuter-Roulade auf gerösteter Safran-Quinoa und abgerundet mit Artischocken.
Eine Augenweide war’s, gleichzeitig aber auch eine Gaumenfreude.

Beim Hauptgang erwies sich das Rindsfilet mit Portwein-Jus als geschmacklich überzeugend, aber der wahre Star für mich war das Kartoffelpüree mit Morcheln. Das Ganze kam daher mit Spargeln und lecker gefüllten Morcheln.
Vom Portwein-Jus und dem Kartoffelpüree wurde übrigens am Tisch noch nachgereicht, wovon unsere Vierergruppe fleissig Gebrauch machte.

Der Käse-Gang bestand aus kräftigem Jersey Blue im Verbund mit Feigen und schwarzen Baumnüssen,
was perfekt aufeinander abgestimmt war.

Das Dessert schliesslich vermochte auch zu überzeugen, Vanille-Panna Cotta mit Rhabarber-Kompott und Erdbeeren, garniert mit Minze, Biscuit-Bröseln und Crackern.
Ein spezieller Touch war, dass letztere mit Sepia eingefärbt waren. Was für ein origineller Einfall!

Ein äusserst gelungener Einstand, den Daniel Sladek da an den Tag legte, der Lust macht auf mehr. Zweifellos hat dieser junge Koch viel Potential, und ich bin gespannt, womit er uns in Zukunft noch überraschen wird. Ich bin überzeugt davon, dass er noch allerlei im Köcher hat.

Übriges Essensangebot/Lokalitäten

Wem nicht der Sinn steht nach einem Gourmet-Menü im la cuisine, wer aber trotzdem fein essen möchte, der wird sicherlich fündig im à la carte Bereich dieses Restaurants. Es gibt die Storchen-Klassiker, d.h. den traditionellen Storchentopf mit Kalb, Nierli und Pilzrahmsauce, Châteaubriand la cigone oder Bouillabaisse du pecheur. Auf Vorbestellung kann man auch Wolfsbarsch in der Salzkruste
oder Seezunge bzw. Steinbutt vom Grill geniessen. In Sachen Süsses gibt es eine Auswahl an traditionellen Desserts und als besonderes Highlight Crêpes Suzette, am Tisch zubereitet.

Möchte man etwas Kleineres oder in weniger formellem Rahmen essen, dann ist die Bistro-Lounge der Ort der Wahl. Hier steht ein breites Angebot an Speisen auf der Karte. Von Flammkuchen über Tatar, Rauchlachs, Salate, Suppen, Fische, vegetarische Optionen bis zu diversen Fleischgerichten (auch vom Grill) ist hier alles zu haben.

Bei schönem Wetter kann man – wie wir dieses Mal – den Apéro draussen einnehmen oder auch dort verweilen für das gesamte Essen, sei es im Bereich des la cuisine, wo ein paar wenige Tische zur Verfügung stehen, oder im denjenigen des Bistros mit einem grossen Platzangebot.

Service

Eine freundliche und zuvorkommende Bedienung ist hier im Storchen eine Selbstverständlichkeit. Monika Lustenberger-Meier, «die Chefin», ist die geborene Gastgeberin, stets mit einem Lächeln auf dem Gesicht, voller Energie und keinen Aufwand scheuend, die Gäste zufrieden zu stellen. Katharina Sladek, Chef de service,
steht dem nicht nach. Auch sie ist die Herzlichkeit in Person und vermag mit ihrer Dienstleistungsorientierung und ihrem Sachverstand zu begeistern. Ein nettes Detail am Rande, Katharina Sladek ist die Ehefrau des Chefkochs, Daniel Sladek! Dieser machte uns bei unserem ersten Besuch unter seiner Ägide auch noch seine Aufwartung. Der überlegt auftretende junge Mann erschien nach dem Essen, wechselte ein paar Sätze mit uns und erkundigte sich auch danach, ob das Mahl mengenmässig ausreichend war, was wir bejahen konnten. Ich fand es toll, dass er dieses Thema aufgriff, denn es kommt ja leider immer wieder vor, dass man gewisse Fine Dining-Etablissements nach einem mehrgängigen Menü noch hungrig verlassen muss!

Preise

Auch preislich gesehen vermag der Storchen zu überzeugen. Sei es im la cuisine beim 6-gängigen Degustationsmenu, das für 115 SFR zu haben ist (man kann sich auch ein kleineres Menü nach Wunsch zusammenstellen), oder im à la carte Bereich, wo das Châteaubriand la cigone, das in zwei Gängen serviert wird, weniger als 60 SFR kostet. In der Bistro-Lounge findet man sowieso in jeder Preislage etwas, und das Ganze ist ausgesprochen vernünftig kalkuliert, bekommt man doch das Wiener Kalbsschnitzel mit Pommes Frites und Preiselbeeren für weniger als 40 SFR.

Insgesamt

Seit vielen Jahren suchen mein Mann und ich regelmässig den Storchen auf, wenn es uns nach feinem Essen gelüstet.
Wenn wir kurzfristig oder an einem Sonntagabend ein gutes Mahl möchten, dann ist die Bistro-Lounge eine bevorzugte Wahl in der Region. Ab und zu zieht es uns jedoch auch ins la cuisine, wo Gourmetküche – aktuell mit 14 Gault Millau-Punkten bewertet – auf der Karte steht. Unser letzter Besuch ging dahin, weil wir die Küche des neuen Chefkochs, Daniel Sladek ausprobieren wollten. Und die ist absolut empfehlenswert! Wir gingen aufs Ganze und haben uns durch alle sechs Gänge gegessen, und wir waren begeistert! Nicht nur wurden beste Zutaten einwandfrei zubereitet und wunderschön angerichtet, sondern der junge Koch ist ausserordentlich fantasievoll und innovativ. Seine Kreationen sind jedoch nie zu «abgehoben», er hat vielmehr ein Flair dafür, mit Hilfe von Details einem «normalen» Gericht etwas Besonderes zu verleihen.

Date of last visit: Juni 2019


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